Übereinanderliegende Flaggen Albaniens, des Kosovo und des ehemaligen Jugoslawiens, Illustration: edeos
Illustration: edeos

Problemzone Europas

Ende der achtziger Jahre waren es ausgerechnet Vertreter der Kultur, der Literatur, der Publizistik, des Theaters und des Films, die pathetisch die vermeintliche Opferrolle der Serben im Zweiten Weltkrieg bejammerten und damit die Ausgangsbasis für den jugoslawischen Konflikt legten. Einer der ersten Leidtragenden des serbischen Nationalismus war die kleine Provinz Kosovo.

Am 30. Januar 2012 übergoss sich vor einem Einkaufszentrum in der kosovarischen Stadt Prizren ein albanischer Bürger mit Benzin und versuchte, sich zu verbrennen. Das Einkaufszentrum hatte sich geweigert, einen Plasmafernseher zurückzunehmen, den der Mann ein paar Tage zuvor gekauft hatte. Seine Empörung darüber war so groß, dass er seinen Protest fast zur Tragödie getrieben hätte.

Glücklicherweise war ein nicht im Dienst befindlicher Polizist unter den zahlreichen Passanten. Er griff energisch ein und rettete dem Unzufriedenen das Leben.

Dieses Ereignis ist insofern erwähnenswert, als ebenfalls in einem Januar, nämlich am 14. Januar 1968, der tschechische Student Jan Palach sich aus Protest gegen den sowjetischen Einmarsch auf dem Wenzelsplatz in Prag verbrannte und damit Proteste im ganzen kommunistischen Block auslöste. Der „Prager Frühling“ gehört zu den denkwürdigsten Geschehnissen der jüngeren Menschheitsgeschichte. Und vor etwas mehr als einem Jahr, am 4. Januar 2011, leitete der tunesische Gemüsehändler Mohamed Bouazizi mit seiner Selbstverbrennung in der Stadt Sidi Bouzid die Serie der ganz Nordafrika verändernden Volksrevolten ein, die nun als „Arabischer Frühling“ bekannt sind.

Natürlich wäre es naiv, den glücklicherweise vereitelten Versuch des Prizrener Bürgers, sich anzuzünden, in eine Reihe mit diesen historischen Ereignissen zu stellen. Ob die Tat im Falle eines Gelingens Massenproteste in Prizren, Prishtina und anderen Städten und Dörfern Kosovos und damit einen „albanischen Frühling“ mit eventuellen gesamtbalkanischen Auswirkungen ausgelöst 

Platz in der europäischen Völkerfamilie

Am 17. Februar feiert die Republik Kosovo, der jüngste Staat Europas, jeweils den Jahrestag ihres Bestehens seit 2008. Davor lagen Jahrzehnte und Jahrhunderte, in denen die Albaner überhaupt, vor allem aber die Albaner Kosovos, wenn man es ein wenig pathetisch ausdrücken möchte, Knechtung erfuhren, Widerstand leisteten, für ihre Freiheit und einen, sagen wir, normalen Platz in der europäischen Völkerfamilie kämpften. Soweit unterschied sie recht wenig von den benachbarten Völkern.

Augenfällig ist allerdings die dramatische Verspätung, mit der diese Bestrebungen gekrönt wurden. Die Ursachen liegen weit zurück, sie sind in der willkürlichen Neuordnung der politischen Landschaft in Südosteuropa zu Beginn des letzten Jahrhunderts zu suchen, als die beiden bis dahin dort dominierenden Mächte, das osmanische und das österreichisch-ungarische Reich, zusammenbrachen. Zurück blieben gefährliche Minenfelder, die Jahrzehnte später auf dem Balkan viel Blut kosteten. Zu den hauptsächlichen Leidtragenden gehörten die Albaner Kosovos, die in einen schweren Konflikt mit den Serben gestürzt wurden.

Auch wenn es albanische politische und kulturelle Kreise nicht gerne wahrhaben wollen: Während ihrer jahrhundertelangen Abhängigkeit vom osmanischen Reich, bis zu einem gewissen Grad aber auch während der serbischen Kolonisierung in den letzten achtzig Jahre des vergangenen Jahrhunderts, verstanden es die Albaner durchaus, sich ganz von selbst oder auch willentlich diesen Regimen anzupassen. 

Während ihrer jahrhundertelangen Abhängigkeit vom osmanischen Reich, bis zu einem gewissen Grad aber auch während der serbischen Kolonisierung in den letzten achtzig Jahre des vergangenen Jahrhunderts, verstanden es die Albaner durchaus, sich ganz von selbst oder auch willentlich diesen Regimen anzupassen.

Wahrscheinlich hing ihr Überleben von der Voraussetzung ab, den islamischen Glauben sowie ordentliche Portionen der Mythologie, der Traditionen, der Sprache und Kultur der osmanischen und slawischen Herren anzunehmen. Doch die ethnisch eigenständigen Albaner mit ihrer originären Sprache und Kultur und ihrer noch fest gefügten patriarchalischen Sippenorganisation bewahrten sich gerade im zerklüfteten und schwer zugänglichen nördlichen Hochland einen starken Kern widerständigen Potenzials.

Unbeachtet vom restlichen Europa

Nach dem Ersten Weltkrieg begann Albanien seine unstete, von vielen Rückschlägen und Rückschritten gekennzeichnete Entwicklung als selbständiger Staat, während die im – auf der Londoner Botschafterkonferenz der Großmächte abgetrennten – Kosovo verbliebenen Albaner, weitgehend unbeachtet vom restlichen Europa, versuchen mussten, der slawischen Bedrückung im Rahmen der serbisch-kroatisch-slowenischen Monarchie standzuhalten. Als rückständigste Region des südslawischen Staatsgebäudes kam das außerdem stets durch Repressalien bedrohte Kosovo nur mühsam voran. 

In den zwanziger und dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts galt die Brandschatzung zahlreicher albanischer Dörfer in Kosovo als rechtmäßiger Akt staatlicher Gewaltausübung. Daraus lässt sich die traurige Tatsache erklären, dass die Eroberung des Balkan durch die Truppen Nazideutschlands vielen Albanern Kosovos gelegen kam, versprachen sie sich davon doch die gleichsam geschenkte Herstellung der nationalen Einheit in etwas, das bis heute unter dem Schreckbegriff Großalbanien bekannt ist.

Die ethnisch eigenständigen Albaner mit ihrer originären Sprache und Kultur bewahrten sich gerade im zerklüfteten und schwer zugänglichen nördlichen Hochland einen starken Kern widerständigen Potenzials.

Die Rache war grausam. Der Sieg der Kommunisten nach der Vertreibung der Naziarmeen vom Balkan ersetzte die jugoslawische Monarchie durch einen sozialistischen Staat mit Josip Broz Tito an der Spitze. Kosovo erhielt den Status einer „Autonomen Sozialistischen Provinz“ im Rahmen der Republik Serbien und im Rahmen der jugoslawischen Föderation.

Vor allem in den ersten 20 Jahren des Tito-Regimes war Kosovo die deutlich ärmste Region des 20-Millionen-Staates und hatte es in jeder Hinsicht schwer. Davon zeugt die Tatsache, dass rund 90 Prozent der kosovarischen Albaner im Jahr 1945 nicht lesen und schreiben konnten. Gewaltige Schwierigkeiten und soziale Dramen spielten sich nach dem Platzen des Traums von der Vereinigung mit dem nun ebenfalls kommunistischen Albanien ab. Kleine, auf einzelne Gebiete beschränkte albanische Aufstände in den fünfziger Jahren wurden von der jugoslawischen Polizei und Armee mit Leichtigkeit niedergeworfen.

Derweilen begannen sich die Albaner Kosovos aber auch allmählich an die Unerlässlichkeit zu gewöhnen, sich mit dem Tito-Regime wenigstens teilweise zu arrangieren, ohne sich allerdings je als normaler Teil des Staatsgefüges zu verstehen.

Schulische Integration

Unter Tito begann sich auch Belgrad den Albanern gegenüber anders zu verhalten als die Vorkriegsmonarchie. Der Versuch der schulischen Integration der Albaner blieb nicht erfolglos. Kinder und Jugendliche durften nun in ihrer Muttersprache lernen und konnten danach in Belgrad, Sarajewo, Zagreb, Ljubljana oder Skopje ein Studium absolvieren. Zurück in Prishtina, begannen sie als Ärzte, Journalisten, Schriftsteller, Regisseure oder auch Politiker zu arbeiten. Die erste Zeitung in albanischer Sprache, ideologisch streng auf dem Kurs der kommunistischen Partei Jugoslawiens, erschien bereits 1945, die erste albanische Literaturzeitschrift „Jeta e Re“ („Das neue Leben“) im Jahr 1949. 

Während der Zeit der großen Studentenbewegungen in Europa, am 18. November 1969, wurde in Prishtina die erste albanischsprachige Universität gegründet. In schroffem Widerspruch zu den Fortschritten auf dem Gebiet der Bildung und Kultur standen die politischen Repressalien dieser Zeit, die Massenvertreibung albanischer Moslems in die Türkei, die Internierung und Inhaftierung junger albanischer Intellektueller unter Federführung des Chefs der berüchtigten jugoslawischen Geheimpolizei OZ NA bzw. UDBA , des Serben Aleksandar Ranković, eines engen Mitarbeiters von Marschall Tito. 

In schroffem Widerspruch zu den Fortschritten auf dem Gebiet der Bildung und Kultur standen die politischen Repressalien dieser Zeit, die Massenvertreibung albanischer Moslems in die Türkei, die Internierung und Inhaftierung junger albanischer Intellektueller.

Diese mehr als zwanzig Jahre dauernde Periode brachte zweierlei ans Licht: obwohl als Vorkämpfer sozialistischer Gleichberechtigung eingetreten, hielten die Serben, wenn es um die Albaner ging, nicht viel davon, während die Albaner sich in ihrer Überzeugung bestätigt sahen, dass die Serben unabhängig von der politischen Couleur Besatzer und Kolonisatoren waren. Bis heute ist nicht geklärt, ob womöglich Kosovo und die Unterdrückung der albanischen Bevölkerung dort für Tito der Grund waren, sich von Ranković zu trennen.

Fakt ist auf jeden Fall, dass Ende der sechziger und besonders in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Autonomie Kosovos im Rahmen der jugoslawischen Föderation erweitert wurde. Die Albaner hatten nicht nur eigene Zeitungen, Fernsehanstalten, Hochschulen, Journalisten und Schriftsteller, Regisseure und Theater, sondern auch eine eigene politische Vertretung in der Föderation durch das Regime, der herrschenden Ideologie und Marschall Tito treue albanische Politiker.

So kam es auch zu der ersten vorsichtigen Öffnung der Grenze zwischen Kosovo und Albanien. Studenten und Wissenschaftler, Kunst- und Kulturschaffende beider Länder kamen miteinander in Kontakt, Filme und Bücher wurden getauscht, so dass die albanischen Schriftsteller Kosovos endlich stolz vermelden konnten, dass sie auch im „Mutterland“ veröffentlicht wurden.

Erst umarmt, dann verkracht

Das Enver-Hoxha-Regime in Tirana bezog in den Prozess der Festlegung der albanischen Standardsprache auch kosovarische Wissenschaftler ein. Diese vorsichtige Annäherung zwischen zwei Ländern, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg erst umarmt und dann verkracht hatten, hielt bis zum Tod von Josip Broz Tito am 4. Mai 1980 an.

Gleich danach begann ein neues Kapitel in den Beziehungen der slawischen Völker des jugoslawischen Staates untereinander und den Albanern Kosovos gegenüber. Zahlenmäßig bildeten die Albaner Kosovos, Makedoniens, Montenegros und Südserbiens, obwohl sie in als Minderheit bezeichnet wurden, zusammen die drittgrößte Bevölkerungsgruppe nach den Serben und Kroaten und vor den Slowenen, Montenegrinern, bosnischen Moslems und Makedoniern. Die Gründe der Massenproteste albanischer Studenten in Prishtina im März 1981 sind bis heute nicht restlos geklärt, aber gut in Erinnerung ist noch die Losung, mit der sie durch die Straßen zogen: „Kosovo – Republik!“.

Das Ergebnis war eine Verschärfung der Politik Belgrads gegenüber Prishtina und den Albanern. Die zur von Tito hinterlassenen Nomenklatur gehörenden albanischen Politiker bemühten sich in gewisser Weise um einen Ausgleich zwischen den Interessen des Kommunistischen Bundes und den Belangen der albanischen Bürger Kosovos. Die durch die Erkrankung und schließlich den Tod Enver Hoxhas verunsicherte Führung Albaniens schloss die Grenze und verweigerte den Störern des eingefrorenen Status Quo in Kosovo die Unterstützung.

Dies kam den Kommunisten Jugoslawiens gelegen, die in der Öffnung gegenüber Albanien den Hauptgrund für die Unruhen sahen. Kleine marxistisch-leninistische Zellen und links orientierte Gruppen traten mittlerweile in Prishtina und in der kosovarisch-albanischen Diaspora in Deutschland, der Schweiz und Österreich offen gegen das jugoslawische Regime auf und verbreiteten die Idee der Vereinigung aller albanischen Gebiete auf dem Balkan. 

Es gab kein Zurück mehr

Der prominente albanische Journalist und Schriftsteller Jusuf Gërvalla, der vor Demonstrationen 1979 nach Deutschland geflohen war, wurde am 17. Januar 1982 zusammen mit seinem Bruder Bardhosh und Kadri Zeka, einem Mitarbeiter, im Städtchen Untergruppenbach in Süddeutschland erschossen. Auch wenn dieser Mord bis heute offiziell nicht aufgeklärt ist, zweifelte und zweifelt niemand daran, dass er auf das Konto des jugoslawischen Geheimdienstes ging, der zuvor schon eine ganze Anzahl kroatischer politischer Emigranten liquidiert hatte. 

Gërvallas Ermordung machte in Prishtina vollends klar, dass es kein Zurück mehr gab. Die Freiheiten der „sozialistischen Selbstverwaltung“ vor 1981 waren, angestachelt von Belgrad, einem Klima der Spannungen und der gegenseitigen Denunziation unter den Albanern gewichen. Alles wurde kontrolliert: die Presse, die Kunst, das Theater und der Film, und natürlich auch die Literatur.

In einem Staat, in dem Titos Fehlen jeden Tag spürbarer wurde, nahm auch bei Serben und Kroaten die politische Unzufriedenheit zu. 

In einem Staat, in dem Titos Fehlen jeden Tag spürbarer wurde, nahm auch bei Serben und Kroaten die politische Unzufriedenheit zu.

Um die Albaner Kosovos, die in den siebziger und achtziger Jahren merkbare Fortschritte in ihrer Infrastruktur, Wirtschaft und Kultur zu verzeichnen gehabt hatten und sich allmählich von den patriarchalischen Strukturen und der Großfamilie abwendeten, kümmerte sich, weil der Konflikt sich verlagert hatte, keiner mehr. Der Nationalismus der Serben, des zahlenmäßig größten und mächtigsten Volks in Jugoslawien, war inzwischen aus dem Himmel der Mythen und der Religion ins politische Belgrad herabgestiegen. Bis heute fällt es schwer, sich damit abzufinden, dass ausgerechnet Vertreter der Kultur, der Literatur, der Publizistik, des Theaters und des Films als erste die nationalistischen Kampagnen lostraten und pathetisch die vermeintliche Opferrolle der Serben im Zweiten Weltkrieg und besonders unter der kommunistischen Führung des einmal als Kroate, einmal als Slowene denunzierten Tito bejammerten.

Memorandum der serbischen Akademie der Künste und Wissenschaften

Solchem Ungeist war es zuzuschreiben, dass zu einer Zeit, da die Fundamente des roten Imperiums in Osteuropa zu wanken begannen und stürzten, die politischen Eliten in Jugoslawien den Weg des hasserfüllten Nationalismus, des Chauvinismus und des Krieges einschlugen. Natürlich war Kosovo wieder der erste Leidtragende.

Nach dem berüchtigten Memorandum der serbischen Akademie der Künste und Wissenschaften, das Genugtuung und Entschädigung für die Viktimisierung der Serben sowie die Herstellung der serbischen Herrschaft samt Religion und Seele über jegliches Stück Erde forderte, wo sich auch nur ein einziges serbisches Grab befinde, erschien ein ehemaliger kommunistischer Apparatschik namens Slobodan Milošević auf der Bildfläche, der, nachdem er seinen politischen Ziehvater Ivan Stambolić hatte umbringen lassen, binnen kürzester Zeit den politischen Thron Belgrads erklomm, um sich bald in einen der schrecklichsten Diktatoren zu verwandeln, den Europa nach dem Zweiten Weltkrieg erlebt hat.

Die Aufhebung der Autonomie Kosovos wurde schnell und ohne großes Zaudern vollzogen, begleitet von Protesten der Albaner und der Ermordung, Folterung und Inhaftierung Hunderter und Aberhunderter junger Menschen dort. Milošević setzte den ganzen von Tito ererbten politischen und militärischen Apparat in einer blutigen Kampagne ein, die sich aus heutiger Sicht gerade deshalb so unerträglich darstellt, weil sich ihre Widersinnigkeit klar und deutlich erwiesen hat.

Das Scheitern der Verhandlungen über eine friedliche Auflösung des ehemaligen Jugoslawien führte zu blutigen Kriegen, die vor allem unter der Zivilbevölkerung Opfer forderten. Es begann in Slowenien und Kroatien, doch erst die besondere Grausamkeit der Ereignisse in Bosnien-Herzegowina brachten schließlich die Einsicht, dass sich der Friede kaum ohne eine militärische Intervention der NATO würde herstellen lassen. Die Bilder von Flüchtlingskolonnen und dem zerschossenen Sarajewo sowie Begriffe wie „Massengrab“, „Vukovar“ oder „Srebrenica“ bewirkten den öffentlichen Rückhalt für die militärischen Maßnahmen gegen Miloševićs reguläre und irreguläre Truppen.

Die Albaner Kosovos bauten während dieser Zeit unter der Führung des pazifistischen Literaten Ibrahim Rugova parallele Institutionen auf, um den serbischen Versuchen einer gewaltsamen Einverleibung entgegenzuwirken. 

Die Albaner Kosovos bauten unter Führung des pazifistischen Literaten Ibrahim Rugova parallele Institutionen auf.

Positiv an diesem „Staat im Staat“ war aus heutiger Sicht zweierlei: die Aufrechterhaltung eines albanischsprachigen Bildungssystems in privaten Räumlichkeiten sowie die Sensibilisierung der Weltöffentlichkeit für die Unterdrückung der Albaner durch das Milošević-Regime. Ende der neunziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts wurde in Europa ein ganzes Volk von einer kaum zehn Prozent der Bevölkerung umfassenden (serbischen) Minderheit mit der Unterstützung von Polizei und Militär in klassischer Weise beherrscht und unterdrückt.

Über den Autor
Foto von Berat Hasani
Beqë Cufaj
Autor, Journalist, Botschafter a. D.

Beqë Cufaj ist kosovo-albanischer Schriftsteller und Journalist. An der Universität Pristina studierte er albanische Sprach- und Literaturwissenschaft und war viele Jahre für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) und die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) als Autor tätig. Daneben hat er Romane und Essay-Bücher veröffentlicht. Cufaj war 2018 bis 2021 Botschafter der Republik Kosovo in Deutschland und ist seit 2023 Gastdozent an der Macromedia University of Applied Sciences in Berlin.

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